Die y-nachten Redaktion gönnt sich bald wie immer eine kleine Sommerpause. Damit Euch nicht langweilig wird, liefern die Redaktionsmitglieder Lesestoff, Sehens- und Hörenswertes für lange Zugfahrten, den Strand, die Hängematte oder den heimischen Balkon.


Claudia empfiehlt: „Tupoka Ogette – exit RACISM“

Wer sich mit der Entstehung, den Strukturen und Wirkungsweisen von Rassismus in Deutschland auseinandersetzen will, bekommt mit Tupoka Ogettes „exit RACISM“ ein Handbuch an die Hand, das zur Selbstreflexion anregt. Es geht um die „fast unsichtbaren rassistischen Strukturen, die sich in unserem Denken und Handeln festgesetzt haben“ (Tupoka Ogette). Der rassismuskritische Blick auf die deutsche Gesellschaft zeigt die weiße Sozialisation auf, die man in Deutschland erfährt. Durch den interaktiven Aufbau von Buch und Hörbuch wird man direkt als Leser*in oder Hörer*in angesprochen und dazu aufgefordert, „Happyland“ zu verlassen, in dem Rassismus scheinbar keine Rolle spielt. An die Leser*innen und Hörer*innen gerichtete Fragen regen zur Selbstreflexion an. Andere O-Töne von Studierenden, die sich mit Rassismus im Laufe eines von Tupoka Ogette durchgeführten Seminars auseinandergesetzt haben, bringen weitere Perspektiven ein und zeigen den Entwicklungs- und Veränderungsprozess im Laufe der Beschäftigung mit Rassismus. EXIT RACISM öffnet die Augen, was für eine zukünftig rassismuskritische Gesellschaft nötig ist.

Claudia empfiehlt: Der neue Podcast „Mekka und Jerusalem“

Für alle Freund*innen des interreligiösen Dialoges ein Muss: Der neue Podcast „mekka und jerusalem“ hat die jüdisch-muslimischen Beziehungen zum Inhalt. Mit den ersten beiden Folgen „humus wars“ und „Ist das koscher – ist das halal?“ haben mich die Sprecher*innen gleich in den Bann gezogen. Der Podcast ist beides: Er ist persönlich und erzählt aus den religiösen Alltagspraktiken heraus und bringt gleichzeitig die Hörer*innen auf den neusten Stand der wissenschaftlichen Debatten im jüdisch-muslimischen Dialog. Die Stimmen, die gehört werden, sind divers, ermöglichen eine Multiperspektivität auf das jeweilige Thema und machen Lust auf mehr! Das Projekt wird von der Hochschule für jüdische Studien Heidelberg in Kooperation mit den Islamwissenschaften an der Uni Heidelberg, dem Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam der Uni Frankfurt sowie dem Hessischen Rundfunk durchgeführt und durch die Volkswagen-Stiftung finanziert. Nach den ersten beiden Podcastfolgen warte ich schon gespannt darauf, dass die nächste auf Spotify online ist (auch verfügbar über Instagram und itunes).


Hannah empfiehlt: „Muriel Barbery – Die Eleganz des Igels“

In Die Eleganz des Igels zeichnet die Autorin Muriel Barbery Alltagsszenerien reicher Pariser*innen, der Bewohner*innen des Luxusstadthauses in der Rue de Grenelle 7. Durch die Augen der zwölfjährigen Paloma, Tochter vermögender Eltern, die eine der dortigen Appartements bewohnen und der langjährigen, verwitweten Concierge des Palais sehen wir abwechselnd dem Leben der Bewohner*innen zu – die Geschehnisse und auftretenden Charaktere wirken dabei regelmäßig wie eine Karikatur ihrer selbst. Den Blick beider Hauptpersonen prägt, dass sie sich selbst als Außenstehende verstehen – die eine, weil sie ihre Bildung und ihre Intelligenz verheimlicht, da sie vermutet, dass sie nur so ihrer Rolle in diesem, auch von sozialen Hierarchien geprägte Gefüge gerecht werden kann. Die andere, weil sie für sich den Entschluss gefasst hat, sich der Erwartung, Teil dieser Gesellschaft zu sein, zu entziehen, indem sie ihren Suizid plant. Bis es soweit ist, zählt sie noch ihre tiefgründigen Gedanken. Die Erkenntnis, dass es in der jeweils anderen ein ähnliches Gegenüber gibt, verschafft letztlich beiden eine ganz neue Perspektive.


Jonatan empfiehlt: Das Beste aus der Arte-Mediathek

Für alle, die diesen Sommer die verschobenen Olympischen Spiele in Tokio und die Fußballeuropameisterschaft schmerzlich vermissen, aber besonders für diejenigen, die – wie ich – dem Sportunterricht aus früheren Schulzeiten keine Träne nachweinen, hält Arte in seiner Mediathek etwas zum Binge-Watchen bereit. Die Serie Athleticus parodiert die olympischen Disziplinien und die Welt des Sports unübertrefflich. Bisweilen kann man dabei auch ein bisschen Sozialkritik erkennen. Und wem das dann doch zu wenig intellektuelles Futter bietet, seien die wöchentlichen Folgen von Mit offenen Karten zum Nachschauen empfohlen.


Wir wünschen all unseren Leser*innen einen schönen Sommer!

#jung #hip #aloha


(Beitragsbild: Ris & Ry on Unsplash)

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