Herr, dein Senfkorn braucht Begeisterte

Einer hat mich angesteckt und das Feuer brennt hell – vor einiger Zeit war es mal wieder soweit und das Feuer der Neugierde brannte in mir: Ich habe den Index Theologicus nach den Stichworten „NGL“ und „Neues Geistliches Lied“ durchstöbert. In der Hoffnung, was Neues zu finden, das ich evtl. für ein Prüfungsgespräch verwenden könnte, schaue ich mir die rund 170 Ergebnisse an. Was bedeutet eigentlich neu? Ein schneller Klick auf Onlinepräsenz des Duden und dort lerne ich, dass „neu“ bedeutet, dass etwas bisher noch nicht bekannt ist oder erst vor kurzer Zeit hergestellt wurde. Das stimmt mich nachdenklich, denn was ich im Index sehe ist alles andere als neu – Artikel und Texte aus den 70ern und nur weniges Neues. Schon gar nichts aus 2017. Ist denn Neues Geistliches Lied dann überhaupt noch neu?

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I am not your wiederverheiratet Geschiedene*r

Die Feuilletons loben ihn. Er hat mich beeindruckt. Der Film „I am not your Negro“ von Raoul Peck. Diese Dokumentation erzählt eine Story (keine history) über den Rassismus und die Segregation in den USA Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Zuschauer nimmt dabei den Blickwinkel des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924-1987) ein. Der konkrete Kontext der Kritik, der Aussagen, Beobachtungen und Thesen Baldwins sind die Segregation zwischen Menschen weißer und schwarzer Hautfarbe in den USA. Doch sie lassen sich meiner Meinung nach leicht auf Gruppen und Institutionen im Generellen anwenden. Dieser Meinung ist auch der Regisseur des Films, Raoul Peck, der durch aktuelles, zeitgenössisches Bildmaterial Baldwins Denken in die Gegenwart holt. Der Film rief in meinem Kopf Verbindungslinien zum Umgang mit einigen Gruppen von Gläubigen in der Kirche wach.

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Wer oder was war noch mal das „Christliche Abendland“?

Begriffe und ihre Geschichten

Begriffe haben ihre eigene Geschichte. Und im Lauf ihrer Geschichte wechseln sie auch gerne mal ihren Bedeutungsinhalt. Manche Begriffe sind nur von kurzer Lebensdauer und verschwinden dann wieder plötzlich. Sie tauchen ab bis sich vielleicht irgendwann wieder jemand zum*zur Schutzpatron*in erklärt. Der Begriff „Christliches Abendland“ hat so eine wechselvolle Geschichte erlebt und erfreut sich in unseren Tagen — schon totgeglaubt — einer neuen Aktualität.

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La grande mort

Was auf meinem Grabstein stehen soll? – „Endlich Ruhe.“ Mit dieser flapsigen Antwort habe ich zwei Kommiliton*innen beim Thema „Tod und Begräbnis“ etwas verstört. Dass sie sich nicht vorstellen wollten, wie ihr Begräbnis oder ihr Grabstein aussehen soll, weil sie das zu sehr deprimiere, zumal bei diesem Seminartitel, verstörte hingegen mich.

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Fake-news und alternative Fakten: Die Passion nach Matthäus

Die Passionserzählung des Matthäus-Evangeliums ist voller Lügen und Heuchelei. Was ihre Protagonist*innen sagen und tun, ist selten ehrlich gemeint, gesagt oder getan. In Zeiten von Fake-News, Filterblasen, alternativen Fakten, Shitstorms, „Wir sind das Volk“-Rufen usw. sieht man die Passionsgeschichte mit anderen Augen. Die Geschichte von Leiden und Sterben Jesu, die Matthäus erzählt, kennt nicht nur aktive und aggressive Trolle, die Wahrheit neu konstruieren und definieren wollen. Der komplementäre Gegenpart zu diesen Trollen sind Menschen ohne Rückgrat, die sich nolens oder volens zu ihren Handlangern machen. Weder die einen noch die anderen meinen es ehrlich. Irgendwie erinnert es auch an ein Intrigenspiel wie in House of Cards.

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Der erste Schritt zur Freude

Predigt zu Mt 28,1-10 vom Ostersonntag, den 16. April 2017, in der Erlöserkirche Pforzheim.

Überwindung

Manchmal ist der erste Schritt zur Freude die Überwindung der Angst: Der Urlaub steht unmittelbar bevor, aber ich muss noch so viel Wichtiges und Dringendes im Beruf und zu Hause erledigen. Ich will unbedingt diese eine Arbeitsstelle, sie ist wie für mich geschaffen, aber zuvor muss ich dieses unangenehme anspruchsvolle Bewerbungsverfahren durchlaufen. Josef könnte so glücklich über die Ankündigung der Geburt seines Sohnes sein, aber die Leute würden über ihn abschätzig denken, verachtend über ihn reden und ihn genau so auch behandeln. Den Hirten auf dem Feld wurde eine unglaubliche, aufrüttelnde, befreiende Nachricht überbracht. Wenn sie diese ernst nehmen, würden sie dann nicht möglicherweise einer Fata Morgana aufsitzen und sich wieder neu zum Gespött der Leute machen und für völlig verrückt erklärt? Zwei Frauen, die abends zum Grab Jesu gehen, erscheint ein Engel und sagt ihnen, dass der grausam Hingerichtete auferweckt worden sei. Und sie bekommen es erst einmal so richtig mit der Angst zu tun, denn das Grab, in das der Tote gelegt wurde, war wirklich leer.

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Zwischen Liebe und Nichts

Wider die Banalität des Todes

Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,
und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.
Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
(Lk 23,44-46; Luther 2017)

Der Einbruch der Finsternis zur Mittagsstunde, eine Sonne, die ihren Schein verliert, auch im Tempel ein Zeichen vom Himmel: Nichts könnte im Moment des Todes Jesu stimmiger sein. Ein nahezu apokalyptisches Szenario bricht mit seinen letzten Worten über die Welt herein. Die den helllichten Tag überwältigende Dunkelheit erinnert an alttestamentlich bezeugte Theophanien und kündet vom drohenden Gericht Gottes über die fehlgehende Menschheit (vgl. Am 8,9f.; Lk 22,53). Der Tempelvorhang, der die Menschen vom Allerheiligsten trennt, zerreißt gleichzeitig und lässt die Gegenwart Gottes in der Welt durchscheinen.

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Wir schaffen – was?

Arbeitserfahrungen Teil 1

„Du kannst dir nicht vorstellen, wie mir das Spaß macht, richtig hart mit rohem Material zu arbeiten, mit Steinen, Sand, Zement, ja, mit Dreck, wie sie das nennen auf dem Bau! Die anderen schätzen meinen Einsatz, ich profitiere von ihrem Können und kann eigene Ideen einbringen, wir können da gemeinsam Probleme lösen!“

Ich gebe zu, es war in der Familie nicht leicht, die Überlegung unseres Sohnes zu akzeptieren, statt eines Studiums eine Maurerlehre anzufangen; hatte er recht, wenn er uns Vorurteile unterstellte? Partielle Ahnungslosigkeit bei gleichzeitiger paternalistischer Bevormundung? Jedenfalls brauchten wir Zeit, um zu erzählen und zuzuhören, eigene Erfahrungen mit Arbeit, zu erinnern, in unterschiedlichen Konstellationen zu streiten, sich von Dritten beraten zu lassen, zu klären, sich neu zu orientieren; ein anstrengender Prozess, fast könnte man es Arbeit nennen. Und es hat sich gelohnt.

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Das Gute, das Böse und Star Wars

Ein Mann in schwarzer Rüstung samt Cape stürmt zu dramatisch furchteinflößender Musik mit seiner ebenfalls komplett maskierten militärischen Begleitung ein anderes Raumschiff und versucht, einer Prinzessin zu entlocken, wo sie versteckt hält, was er sucht. Die Rollen in Star Wars scheinen von den ersten paar Minuten an klar verteilt. Die Anhänger*innen des Imperiums auf der dunklen Seite der Macht sind die Bösen und die Rebell*innen, die die Unterdrückung beenden wollen und sich auf der hellen Seite der Macht positionieren, sind die Guten. Klar, es macht Fiktionen attraktiv, dass wir der Komplexität der Realität entfliehen können. Doch obwohl es am Anfang so scheint, wird eine allzu simple Betrachtungsweise auch Star Wars nicht gerecht.

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Religion? Ay Caramba!

Sie wird kommen: die dreißigste (!) Simpsons-Staffel. Der adipöse Alkoholiker, die notorische Nörglerin, der Rotzlöffel, die Besserwisserin und das ewig schweigende Baby, kurz: die gelbste Familie der Welt, ziehen seit Generationen Zuschauer*innen in ihren Bann. Bei Herder ist nun ein Sammelband erschienen, der die gelbe und die theologische Wirklichkeit miteinander ins Gespräch bringen will.

y-nachten.de durfte vorab einen Blick in das Buch werfen und hat mit den drei Herausgebern, Johannes Heger, Thomas Jürgasch und Ahmad Milad Karimi, gesprochen. Über Religion und Popkultur, Theologie und Katechese. Und Krusty. Und Apu. Und Ned.

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