Mit zwei vollen Händen schreibt es sich schlecht

Liebe geneigte Leser*innen von y-nachten.de,

leider ist Eure Lieblingsredaktion Eures Lieblingsblogs in den kommenden Wochen äußerst beschäftigt damit, unter Palmen in Hängematten zu verweilen und sich an Büchern und Kaltgetränken festzuhalten. Just kidding. Wir sind natürlich auch in den Sommerwochen fleißig, können Eure Hirnzellen in dieser Zeit aber höchstwahrscheinlich keinen neuen Beiträgen aussetzen. Es sei denn, uns überkommt die Schreibwut. Doch bitte nicht verzagen, denn …

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Trump first. Warum der*die Andere keine Gefahr ist

Man kann andere Menschen ausgrenzen. Das ist ein Phänomen, das man bereits auf dem Schulhof beobachten kann. Manche dürfen nicht mit den anderen spielen, sie werden zum*zur Außenseiter*in, weil sie keine*r dabeihaben will. Das geschieht allzu häufig. Oft sind es Vorurteile, die zu einem solchen Verhalten führen. Oder schlechte Erfahrungen, die man einmal mit einer Person gemacht hat und die davor abschrecken lassen, diese wieder in eine bestehende Gruppe zu integrieren. Doch es gibt auch die Kehrseite: dass man sich aktiv ausgrenzt, von den Mitmenschen absetzt, sich von ihnen ganz bewusst lossagt. Damit bringt man sich in eine selbstverschuldete Isolation. Man nimmt eine Außenseiter*innenrolle ein, weil man die Distanz zu den anderen mit aller Mühe aufrechterhalten will. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Sie reichen von dem Gefühl, etwas Besseres zu sein als die anderen, bis hin zur Angst vor der Auseinandersetzung mit einer bestehenden Pluralität von Meinungen und Weltanschauungen. Ausgrenzung kann aktiv oder passiv geschehen. Beides ist nicht gut. Weder für die, die zu Außenseiter*innen werden, noch für die, von denen Abgrenzung geschieht.

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Es ist genug Ehe für alle da

„Bald wird man nicht mehr behaupten dürfen, dass die Homosexualität – wie die katholische Kirche es lehrt – eine objektive Unordnung im menschlichen Leben darstellt.“, befürchtet Joseph Ratzinger im April 2005, kurz vor seiner Wahl zum Papst. Seither hat sich viel verändert: In 22 Ländern weltweit gibt es sie, die gleichgeschlechtliche Ehe (Stand: Mai 2017). In Deutschland seit dem 30. Juni 2017. Sie kam überraschend, schnell, und mit einer satten Mehrheit von 63%. Selbst in der Unionsfraktion fand das Gesetz 75 Befürworter*innen (knapp 25% der Abgeordneten).

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Der unnötigste Artikel aller Zeiten

Sommerloch, Ahoi! Das dachten sich wohl auch die Mitarbeitenden von katholisch.de, als sie erst gestern einen Artikel über theologische Online-Föllitongs (wie diesen hier) publizierten. Spaß beiseite: Der wunderbare Beitrag von Felix Neumann führt uns vor Augen, wie froh wir über die Lichtseiten dieses „Internets“ sein dürfen. Jede*r kann was schreiben, jede*r kann was lesen, niemand muss das eine oder andere. Bei allen Schattenseiten, die das zweifelsohne hat, ist es doch beachtlich, was online an theologischer Qualität zum Vorschein kommt — zumindest bei feinschwarz.net und Dei Verbum. Über uns selbst verlieren wir mal kein Wort. Wobei …

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Sündige Grübelei im Supermarkt

Neulich traf ich im Supermarkt auf einen Sticker: Wegwerfen ist Sünde (Weggooien is zonde). Er klebte auf Produkten, die kurz vor dem Überschreiten der Haltbarkeitsgrenze waren. Es zeigte sich, dass dies Teil einer größeren Aktion gegen Essensverschwendung ist. So bekommen die Kund*innen auch Tipps, wie sie die Lebensmittel zu Hause am besten aufbewahren können, und Obst und Gemüse, das nicht genau der europäischen Standardnorm entspricht, wird nicht weggeworfen. Auch die etwas krumme Gurke kann man also kaufen. Dies alles soll natürlich zu dem positiven Image beitragen, das die Supermarktkette Albert Heijn sich selbst geben will. Prima, dachte ich zuerst.

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Bitterer Beigeschmack

Vorspann: Max Pilger hat einen Artikel verfasst, in welchem er sich kritisch mit dem Theologiestudium sowie der Ausbildung zum*zur Pastoralreferenten*Pastoralreferentin auseinandersetzt, er wurde auf y-nachten und im Anschluss auf katholisch.de veröffentlicht. Kath.net wiederum veröffentlichte hierauf die Antwort einer Bloggerin, die sich selbst als katholisch und nett, redselig, literaturaffin, reiselustig, marianisch, empathisch, meinungsstark, patriotisch, enthusiastisch, unerbittlich bezeichnet. Es folgt nun: Eine Inhalts- und Stilkritik der Kritik an Max Pilgers Kritik.

Über Geschmack lässt sich streiten – so weit, so abgeschmackt. Ob nun bei Gin Tonic oder Pastis – Haus- und Hofgetränk am Blogge Magdalas1 – beide sind auch bei mir herzlich gern gesehen, aber wie so oft machen es auch hier die Mischung und die Zutaten: Pastis mit wie vielen Eiswürfeln? Den Gin Tonic in welchem Mischungsverhältnis? Gurke oder Zitrone oder lieber den bitteren Beigeschmack behalten? Bitterer Beigeschmack, da sind wir auch schon beim Thema: Der verbleibt bei mir, wenn ich diesen kath.net-Artikel2 lese.

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Identität und die Hure Rahab

Sie ist wieder einmal drängend, die Frage: Wer sind wir eigentlich? Und wer ist nochmal dieses „wir“? Wieder einmal – wie schon vor 2500 Jahren und immer wieder in der Geschichte der Menschheit sehen sich Menschen, Völker, Staaten vor der Frage nach dem, was sie ausmacht. Dabei treten die einen für eine exklusive Konstruktion von Identität ein, die sich isoliert und den Fremden gegenüber ablehnend bis feindlich verhält. Andere verstehen Identität inklusiv; sie sehen das bzw. den*die Fremde*n nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung ihrer Identität und integrieren Fremdheit durch Offenheit für den*die andere*n. Dieser Plural an Identitätskonstruktionen tritt nicht nur aktuell zu Tage, sondern lässt sich auch in der Zeit der Bibel finden. Die Frage nach Identität ist also alt – die Antworten in gewisser Weise auch. Nur werden sie immer neu durchbuchstabiert, in neuen Kontexten, unter anderen Umständen.

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Nicht schon wieder ein AfD-Artikel

Doch! Genau das. Weil wir uns mit diesem Thema gar nicht genug befassen können — weder politisch noch philosophisch noch theologisch noch (religions-)soziologisch noch historisch. Und gerade angesichts der etwa drei Monate entfernten Bundestagswahl möchte man als pluralitätsliebender Mensch keine Gelegenheit sausen lassen, den deutschen Populist*innen (Igitt! Political Correctness!) einen kräftigen Gegenwindventilator vor die Nase zu stellen. Here we go again.

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Pasti oder Antipasti?

Im Rahmen der Hauptversammlung des BDKJ 2017 fand ein Studienteil statt, der sich mit der Frage beschäftigte, warum immer weniger Menschen sich für einen Beruf in der katholischen Kirche entscheiden – und was zu tun sei, um das zu verändern. Ich habe dazu als Studierender und Mitglied im Bewerber*innenkreis im Erzbistum Köln – quasi als Betroffener – ein Statement abgegeben.

Warum studiere ich katholische Theologie?

Pastoralreferent zu sein fand ich, ganz unreflektiert, immer schon gut – weil ich tolle Gemeindearbeit erlebt habe und Menschen zum Vorbild hatte, die zu 100 % authentisch waren, die mich geprägt haben und von denen ich den Eindruck habe, dass sie ihre Arbeit mit ganzem Einsatz und ganzer Freude machen. Das fand ich erstrebenswert, denn sie haben in meinen Augen gute und sinnvolle Dinge gemacht, für andere und für sich. Die Wahl des Studienfachs ist mir dann irgendwie so passiert, denn ehrlich gesagt hatte ich die Einschreibungsfrist für Studiengänge mit NC verpasst, und Theologie war eben zulassungsfrei.

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Das Kreuz mit der AfD

Als ich meinen Freund*innen vom geplanten Thema meiner Magisterarbeit berichtete, erhielt ich neben interessierten Kommentaren und Lektüretipps auch eine sarkastisch-skeptische Reaktion: „Du hast es ja richtig nötig! Jetzt beschäftigst du dich schon jeden Tag mit den Unverständlichkeiten und der Ironie der Katholischen Kirche und setzt dann noch einen drauf und verbringst ein halbes Jahr mit Rechten. Mit Sicherheit hätte es ein einfacheres und weniger polarisierendes Thema gegeben…“

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